6. September 2014 

Ein so schönes Bild. Es lässt einen Teil einer schönen Vergangenheit aufleben. Und so möchte ich eine Geschichte erzählen.


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Anna und die Schwarzen Russen

 

Es riecht nach Herbst. Nach Tee, Stricken und Kuscheln. Es riecht auch nach Geschichten erzählen.

 

Dies ist eine .........Es war einmal, vor sehr langer Zeit.... Geschichte.

Nein, kein Märchen, eine wahre Begebenheit möchte ich erzählen.

 

Es war einmal, vor sehr langer Zeit, ein kleines Mädchen. Das Mädchen hieß Anna und wohnte mit seinen Eltern etlichen sehr wuscheligen Hunden und zwei Schwarzen Russischen Terrier nirgendwo im Nirgendwo.

 

Der Rüde hieß Kroschka, Krümelchen. Er war sehr, sehr jung und sehr krank in die Familie gekommen.

Die Hausfrau musste ihr ganzes Geschick, heute würde man Know How sagen, Geduld und ihre ganze Liebe zu diesem kleinen Bündel schwarzem Fell aufbringen, um ihn am Leben zu erhalten und zu einem wirklich großen,  starken und selbstbewussten Russen heran wachsen zu lassen.


 

Kroschka hing mit jeder Faser seines großen Hundeherzens an seiner Familie.

War man auf Besuch bei der Familie, wurde man auf Herz und Nieren geprüft.

Kroschka setzte sich vor den Besuch, so dass er seinen wirklich dicken Kopf am Bauch des Besuchers hoch schieben konnte.

Hat man dann aus Versehen zu tief geatmet, hat er gegrummelt.

Also....man hat nicht mehr geatmet und zwar solange, bis die Hausfrau erklärte, dass Kroschka nur schwätzt.

War so. Hat man ihn ignoriert, wurde ihm das Spiel schnell langweilig und er hat sich unter den Tisch verzogen. Da war dann halt kein Platz mehr für die Füße. Aber Hauptsache, er hat die Klappe gehalten.

 

Wer die Hündin war, weiß ich leider nicht mehr und kann es auch nicht mehr erfragen,  da sie eine sehr nette Maus war, nenne ich sie jetzt, der Einfachheit halber einfach mal Mausi.

 

Einen Opa gab es auch. Er wohnte etwas weiter weg und war nur hin und wieder, eher selten, zu Besuch.

 

Und dann gab es Anna. Anna war ca .zweieinhalb oder drei Jahre alt und eng vertraut mit den Hunden.

 

Bei einem seiner eher seltenen Besuche kam der Opa auf die Idee, sich auf den Weg zu machen und mit Mausi, Kroschka und Anna ein bisschen spazieren zu gehen, Richtung Wald.

 

Es kam wie es kommen musste. Anna ist gestolpert, hingefallen und hat geweint.

Der Opa hat sich beeilt und wollte Anna aufheben und trösten.

Allerdings hatte er die Rechnung ohne Mausi und Kroschka gemacht.

Mausi stand über Anna, Kroschka davor.

Nein, Kroschka hat nicht gegrummelt und geschwätzt, er hat gegrollt, tief und warnend.

Dem Opa war sehr schnell klar, er kommt nicht an Anna ran.

So schnell es eben ging, machte er sich auf den Rückweg, um die Hausfrau zu holen.

 

Zügig machten sie sich zusammen wieder auf den Weg, um die Russen zu bändigen und Anna zu „retten“.

 

Es war aber nicht nötig, Anna zu retten. Das hatte sie schon selbst erledigt, mit Hilfe der Russen.

Sie kam den Beiden entgegen, hatte sich am Fell der Russen hoch gezogen, hatte eine kleine Hand in Mausis Fell und die andere kleine Hand in Kroschkas Fell.

So kam das ungleiche Dreigestirn auf Opa und Mama zu.