Mittwoch, den 10. November 2010

Ich muss am 24. Oktober 2010 anfangen, da haben wir vier Norfolk Welpen bekommen.

Drei Hündinnen, einen Rüden. Kräftige Welpen, eine black und tan Hündin dabei, also was Buntes.

Bonni, die junge schwarze Hündin hatte Durchfall, nix dramatisches, zum TA behandelt, gut iss.

Den kleinen Rüden musste ich am Montag dem 25. Oktober 2010 einschlafen lassen, er hatte eine große Gaumenspalte. Auf die Idee muss man auch erst mal kommen, nachdem man in 28 Jahren Züchtertätigkeit noch nie vorher vor diesem Problem gestanden hat. War nicht einfach, den kleinen Wicht gehen zulassen.

Die Mädels haben gut getrunken, da war alles in Ordnung. Am Mittwoch dem  

27. Oktober 2010 bekam Dixi, die Mutter der Welpen Durchfall. Da brannte dann schon die Hütte. Dixi musste sofort in Ordnung  kommen, Winzwelpen füttern gehört nicht zu meinen Tätigkeiten.

Also ab zum TA, Bonni ging es wieder ganz gut. Aufpassen, nichts aus den Augen verlieren, sagte ich mir. Ich hatte lange Jahre keinerlei Probleme, jetzt hatte ich halt welche, aufpassen, wird schon wieder.

Dixi erholte sich, die Welpen tranken gut und nahmen gut zu. Am Montag dem  

1. November 2010 hatte Twister Durchfall, am Mittwoch dem 3.November 2010 hatte Bonni wieder Durchfall. Jedesmal sofort ab zum TA.

Twister war sehr schlecht einzuschätzen, denn Missi, auch eine kleine Nofolkhündin näherte sich der Standhitze.

Dann machte ich mir um Bonni Sorgen, sie erholte sich nicht,war schlapp, fraß nur sehr mäkelig, ich wollte Bonni eigentlich noch etwas Zeit geben sich zu erholen, allerdings sagte dann mein Mann am Mittwoch den 10., dass er früher in die Mittagspause kommt um mit Bonni zur TÄ zu fahren, einfach Blut nachsehen lassen.

Er fuhr um 11.30 Uhr, kam um kurz nach 12.00 Uhr ins Haus gerannt, „Bonni stirbt“ sagte er, packte Clyde ins Auto zum Blutspenden.

Ich hinterher gefahren, verschwitzt, in alten Leggins und altem Shirt, Jacke drüber in den Smart und ab zur TÄ.

Da lag meine Maus, im Durchgang, auf dem Boden, Infusionsständer neben sich, die ganze Praxis in heller Aufregung. Bonni war der dritte absolute Notfall an diesem Tag.

Sofort habe ich Bonni aus der Hand der Helferin übernommen,Clyde war mit meinem Mann beim Blutspenden. Zuerst mal habe ich Bonni gesagt,dass hier und jetzt erstmal nicht eingeschlafen wird. Sie hat gewedelt, tief geschnauft und ihren Kopf auf mein Bein gelegt. Cortison hat sie als Infusion bekommen und dann sofort das Blut von Clyde.

Wir saßen stundenlang in diesem Durchgang auf dem Boden. Brauchten sofort weitere Blutspender. Barra hat gespendet, Lilli, Nika,; den Kuvacz eines Bekannten konnten wir  nicht anzapfen , zu viel Haar, zu dicke Haut. Clyde hat 500 ml, Barra, Nika und Lilli haben je 300 ml gespendet. Das alles haben wir in Bonni reinlaufen lassen, zum Glück und wie durch ein Wunder gab es keine allergische Reaktion.

Was war los?

Bonni hatte beim Blutbild einen Wert der roten Blutkörperchen von 0,9, haben sollte sie einen Wert zwischen 5,5 – 8,5.

Das Labor hat dann einen Wert von 0,74 ermittelt. Per Kurier wurde Blut ins Labor gebracht, es wurde alles untersucht, aber wirklich alles, jede noch so wahrscheinliche, jede noch so exotische Möglichkeit wurde abgeklärt.

Es bestand der Verdacht auf Cumarin (Rattengift) oder einer Autoimmunhämolytischen Anämie.

Wir sind dann für zwei Stunden nach Hause. Ich wollte gerade Petra anrufen, wir brauchten für den Abend noch weiteres Blut, als mir die eine Helferin sagte, dass sie die Doggen anrufen würde und wir unsere Kontakte in Reserve halten sollten.

Um 20.00 saß ich wieder mit Bonni auf dem Boden, diesmal nicht im Durchgang.

Gespendet haben die zwei schönsten und nettesten Doggenrüden die ich seit langem gesehen habe. Jeder 500 ml.  Danke euch beiden.

500 ml Blut haben wir nochmals in Bonni laufen lassen, dann schwollen Augen und Lefzen an und wir haben die Infusion abgedreht. Bonni bekam hochdosiert Cortison und wir haben eine Chemo angefangen.

Ich konnte an diesem Abend Petra nicht anrufen, ging einfach nicht, wir waren wie erschlagen, geschockt.

Am Donnerstagabend waren die Laborbefunde  da. Kein Cumarin, also eine Autoimmunhämolytischen Anämie. Wir hatten eine Chance.

Gefressen hat Bonni auch, mal unheimlich viel, drei bis vier Mahlzeiten, mal weniger, aber sie hat gefressen. Freitag haben wir nochmals die Blutwerte nachgesehen, steigende Tendenz, ganz zufriedenstellend. Weiter Cortison und Chemo. Übers Wochenende keine Kontrolle, wenn wir es aushalten; TÄ war da, hat Notfallsprechstunde gemacht, wir hätten kommen können.

Sonntag wollte Bonni unbedingt mit meinem Mann, als er zwei Stunden arbeiten ging, durfte sie, es ging ihr gut, rosiges Zahnfleisch, ganz munter.

Montag, Blutentnahme, Blut fürs Labor, ganz zufriedenstellend, sah nicht schlecht aus.

Ich hatte eine Bioresonanzmatte bestellt und habe Bonni Dienstag und Mittwoch, jeweils zweimal 20 Minuten daraufgelegt.

Dienstagabend der nächste Schock. Bonni´s Rückenmark bildete nicht die Vorstufe der roten Blutkörperchen. Wir haben massiv Cortison und Chemo erhöht in der Hoffnung, dass da irgendetwas anspringt.

Der Name dieser Krankheit lautet Pur red cell aplasia.

Ab Mittwoch hat Bonni nicht mehr gefressen,  Mal Leberwurst oder Käsebrötchen, mal soviel Fleischkäse wie sie bekommen konnte und sie konnte reichlich haben. Mal ein paar Geflügelherzen.

Sie wurde kraftloser, wog statt 45 kg nur noch 39 kg.

Donnerstag war Blutentnahme, stetig fallende Werte, Zahnfleisch wurde blass.

Wir haben Epo gespritzt, ich konnte noch Epo besorgen, mit Rezept.

Freitag wollte ich aufgeben, konnte aber nicht, sie war zu lebendig, hat gewedelt, geschmust, Futter, egal was, aus der Hand genommen. Petra hatte einen Telefontermin, basierend auf den Laborergebnissen mit einemSpezialisten vereinbart, den habe ich an die TÄ durchgereicht.

Austherapiert.

Rückenmark hätten wir entnehmen können in Hamburg. Da hätte man uns dann genau sagen können woran unser Hund stirbt.

Samstag waren Bonni und ich kurz alleine, sind wir mit dem Smart unsere Epospritze abholen gefahren.

Am Sonntag war sie schwach, hatte weiter massiv Gewicht verloren.

Am Sonntag haben wir unsere Zaubermaus einschlafen lassen.