Wie man Kläffer erzieht


Es ärgert mich, dass gerade immer kleine Hunde als Kläffer bezeichnet werden.

Über größere oder große Hunde sagt man das kaum einmal.

Ich mag kein Gekläffe, weder im Haus noch unterwegs.

Aus diesem Grunde möchte ich darlegen wie man Kläffer erzieht.

Alles fängt ganz harmlos an, man holt seinen heiß ersehnten Welpen nach Hause.

Die Freude ist groß, allerdings auch die Unsicherheit, man will ja nichts falsch machen.

Auch, wen man schon einen oder mehrere Hunde hatte, man hat Bedenken und Angst Fehler zu machen.

Jetzt ist er also da, der kleine Schatz.

Noch wird nicht gekläfft, denn auch der Best geprägteste, sozialisierteste, bespaßeste, bespielteste, gepflegteste, verhätscheltste und geliebteste Welpe, hält erst mal die Klappe.

Er hat eine mehr oder weniger lange Autofahrt hinter sich, ist Reiz überflutet, kleine Terrier zittern da auch mal vor sich hin, was zu ignorieren ist und muss erst mal seine neue Umgebung und seine neuen Menschen sondieren. Er muss erst mal gucken was da so abgeht.

Er hält die Klappe.

Neue Menschen.

Er hält die Klappe.

Keine Geschwister, kein Rudel.

Er hält die Klappe.

Gassi gehen an der Leine.

Er hält die Klappe.

Groooooooooßer Garten.

Er hält die Klappe.

Schlafen in der Kiste neben dem Bett.

Er hält die Klappe.

Neues Futter.

Er hält die Klappe.

Und so geht das noch eine ganze Weile.

Ziemlich genau bis zu dem Tag, an dem der Welpe beschließt,  dass er angekommen ist in seiner neuen Welt.

Und er macht genau einmal WUFF, mit seiner Babystimme.

Er hat etwas gesagt, er spricht.

Seine Menschen sind außer sich vor Freude. Wie toll, mach das noch einmal, feines Baby, guter Bub, gutes Mädchen.

Und schon ist es passiert, Mensch freut sich (noch) wenn ich Lärm mache, also .......ich kläffe. Bei jeder sich bietenden Gelegenheit, ich kläffe.

Schon bald brauche ich keine Gelegenheit mehr, ich kläffe.

Egal wo, egal was, es wird kommentiert, es wird gekläfft.

Und wenn es mal ganz ruhig ist, dann wird gekläfft um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Nur zu, schön reagieren und reden mit dem kleinen Kläffer. Immer schön bestätigen.

Oder schimpfen mit dem Zwerg. 

So oder so, er  hat erreicht was er wollte, Aufmerksamkeit!

Tja nun, was bleibt Mensch  übrig?

Meine Empfehlung  wäre, man nehme eine Zeitung, rolle diese ganz fest zusammen und haue sich diese vor den Kopf, bis es weh tut, richtig weh.

Eine andere Empfehlung wäre ignorieren. Dieses erste, alles entscheidende WUFF zu ignorieren.

Wenn ich schreibe ignorieren, dann meine ich ignorieren.

Kein Kommentar, weder zum Hund noch zu jedem weiteren Anwesenden.

Nichts überhaupt und gar nichts, keinerlei Reaktion.

Und bitte......zum grinsen,  lachen auch nur mit den Augen lachen, einfach umdrehen.

Nicht mal das sollte Herr/Fräulein Welpe sehen.

Und Bitteschön, wer lacht oder grinst nicht wenn sich so eine Babystimme hören lässt?

Ich jedenfalls grinse ganz heimlich vor mich hin, wenn sich Zwerg zu Wort  meldet.

Wie man einem Welpen/Hund die Kläfferei wieder ab erzieht?

Das weiß ich leider auch nicht. Eventuell gibt es da schlaue Menschen mit einer anwendbaren Idee.

Ich meine schlaue, anwendbare Ideen. Kein Halsband welches Duft oder Wasser spuckt.

Übrigens, mit Grund dürfen sich Welpen/Hunde gerne zu Wort melden. Sie dürfen bellen.

                                                 

Aufforderung zum Spiel, vor Freude bellen, wenn z.B. die Familie nach Hause kommt, warnend bellen, es gibt viele Gelegenheiten bei denen Hund ruhig mal bellen kann. Stumm müssen Hunde nicht sein, nur keine Kläffer.